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Chemische vs. mineralische Sonnenschutzfilter

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04. Mai 2022
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Nina Weber
Redaktionsleitung
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Auf der Suche nach dem passenden Sonnenschutz stößt man immer wieder auf Sonnencremes mit chemischen und/oder mineralischen Sonnenschutzfiltern. Was Sonnenschutzfilter überhaupt sind und worin die Unterschiede zwischen mineralischen und chemischen UV-Filtern liegen, erfährst du im Artikel.

Was sind Sonnenschutzfilter? 

Um die Haut wirksam vor UV-Strahlung zu schützen, gibt es zwei verschiedene Arten von UV-Filtern in Sonnencremes: mineralische oder chemische Sonnenschutzfilter. Die am häufigsten verwendeten mineralischen Sonnenschutzfilter sind Titandioxid und Zinkoxid. Sie verbleiben nach dem Auftragen auf der Hautoberflächen und reflektieren das Sonnenlicht wie ein Spiegel. Chemische Sonnenschutzfilter wandeln die UV-Strahlung in Wärme um und schützen so die Haut vor der Sonne.

Es gibt zudem Sonnenschutzmittel, die mineralische und chemische Filter kombinieren, um die Vorteile der beiden Wirkprinzipien zu nutzen. Oft werden auch beide Filter von den Herstellern kombiniert, um einen möglichst breiten Schutz für die Anwender:innen zu erzielen.

Du möchtest noch mehr über die Anwendung, Wirkweise und Folgen von zu wenig Sonnenschutz wissen? Unsere Hautärztin Dr. med. Anne Gürtler klärt dich über die wichtigsten Themen zu Sonnenschutz auf – mehr erfahren.

Mineralische Sonnenschutzfilter

Ein mineralischer Sonnenschutz beruht auf den mineralischen Inhaltsstoffen Zinkoxid und/oder Titandioxid. Die weißen Pigmente im mineralischen Sonnenschutz reflektieren das Sonnenlicht und werfen die Strahlen wie eine Art Spiegel wieder zurück. Daher schützen mineralische Filter bereits sofort nach dem Aufragen. Sie verbleiben nur auf der Hautoberfläche und dringen nicht in die Haut ein, weshalb sie sich besonders für Menschen mit sensibler Haut eignen. Im Vergleich zu Sonnenschutzprodukten mit chemischen Filtern können die Produkte mit mineralischen Sonnenschutzfiltern etwas mehr weißeln. Auch die Verteilbarkeit kann etwas mehr Geduld erfordern.

Nano-Sonnenschutzfilter in Sonnencremes

Für eine bessere Verteilbarkeit und einen verminderten Weißel-Effekt werden häufig Nanomaterialien eingesetzt. Diese sind kleiner als 100 Nanometer.  Wenn in Sonnenschutzprodukten UV-Filter in Nanogröße eingesetzt werden, müssen Hersteller dies mit dem Zusatz „Nano“ kenntlich machen.

Nanomaterialien vs. Non-Nano

Das Thema Nanomaterialien wird regelmäßig kontrovers diskutiert. Nanomaterialien können unter Umständen in die Haut eindringen. Nach aktueller Studienlage und nach Einschätzung des BfR ist jedoch nicht von einem Gesundheitsrisiko auszugehen. Non-Nanomaterialien sind hingegen größer als 100 Nanometer und verbleiben auf der Hautoberfläche. Sie können auf der Haut einen weißelnden Film hinterlassen.

Chemische Sonnenschutzfilter

Chemische Sonnenschutzfilter müssen für eine ausreichende Schutzwirkung erst in die Haut eindringen und benötigen daher meist eine bestimmte Einwirkzeit. Chemische Filter wandeln UV- Strahlen in Wärme um und schützen dadurch die Haut vor der Sonne. In der Regel lassen sich die Sonnenschutzprodukte mit chemischen Filtern sehr gut verteilen und weißeln kaum. Auch höhere Lichtschutzfaktoren (LSF über 30) sind mit chemischen Sonnenschutzfiltern ohne einen Weißel-Effekt und mit guter Verteilbarkeit sowie einem schnellen Einziehverhalten noch möglich.

Sind chemische Sonnenschutzfilter umweltschädlich?

Laut der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) stehen unter anderem die Sonnenschutzfilter Oxybenzon (chemisch) und Nano-Zinkoxid (mineralisch) in Verdacht zum Korallensterben beizutragen.

Nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF landen schätzungsweise jährlich 14.000 Tonnen Sonnenschutzmittel in den Meeren. Sobald wasserunlösliche, biologisch nicht abbaubare Inhaltsstoffe ins Meer gelangen, aktivieren sie Viren, die sich an Mikroalgen absetzen. Wenn es zum Absterben von Mikroalgen kommt, bleichen die Korallenriffe aus und sterben ab. In den letzten 30 Jahren sind zwischen 25 und 50 Prozent aller lebenden Korallen weltweit verloren gegangen. Korallenriffe sind nicht nur Laichstätten und Heimat für viele Fische und andere Meeresbewohner, sondern sind auch essenziell für den Küstenschutz, da sie als Wellenbrecher fungieren.

Inwiefern Sonnenschutzfilter hierbei eine Rolle spielen, muss noch weiter erforscht werden. Zum Beispiel fehlen aussagekräftige Studien über das Ausmaß und die Umstände, unter denen Sonnenschutzfilter umweltschädlich sein können.

Hinweis zu UV-Filtern allgemein

Durch die umfassenden Bestimmungen und Richtlinien, die in der EU für alle kosmetischen Produkte gelten und durch entsprechende Sicherheitsbewertungen durch die Hersteller werden alle gängigen, in Deutschland zugelassenen, UV-Filter als sicher eingestuft. Dies gilt auch unabhängig davon, ob sie die Schutzwirkung auf Basis von mineralischen, chemischen UV-Filtern oder auf einer Kombination von beiden Filtern entfalten. Nichtsdestotrotz werden einige Filter in der Fachwelt kritisch diskutiert.

Häufige Fragen zu UV-Filtern in Sonnencreme 

Chemisch oder mineralisch – wo liegen die Unterschiede?

Chemische Sonnenschutzfilter

Mineralische Sonnenschutzfilter

Dringen in die Haut ein

Verbleiben auf der Hautoberfläche

Wandeln die Strahlung in Wärme um

Reflektieren das UV-Licht wie ein Spiegel

Kein Weißeln

Können Weißeln

Ist mineralischer Sonnenschutz besser als chemische Sonnencreme?

Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Sonnenschutzpräparaten. Beim Kauf empfiehlt sich zunächst auf den Lichtschutzfaktor (LSF) zu achten und hierbei einen hohen kombinierten Schutz gegen UV-A und UV-B zu wählen. LSF 30 ist für den Alltag ein optimaler Schutz. Bei längeren Aufenthalten im Freien und insbesondere beim Skifahren, Schwimmen und Bergsteigen sollte LSF 50 angewandt werden.

Außerdem ist es – unabhängig von der Wahl des Produktes – wichtig, beim Eincremen die empfohlene Auftragsmenge von 2mg pro Quadratzentimeter Haut zu berücksichtigen. Ansonsten kann die Schutzwirkung stark beeinträchtigt werden.

In Bezug auf die Art des verwendeten Sonnenschutzproduktes (mineralisch oder chemisch) ergeben sich je Bereich Vor- und Nachteile, die jeder Mensch für sich persönlich werten und gegeneinander abwägen muss.

Sonnencreme bei Naturkosmetik München

In den nkm-Sonnenschutzprodukten wird ausschließlich Zinkoxid als UV-Filter verwendet. Zinkoxid ist ein häufig eingesetzter, mineralischer UV-Filter mit nachweislich sehr guter Wirksamkeit und Verträglichkeit. Er gilt nach mehreren umfangreichen Studien als unbedenklich und ist daher in der EU-Kosmetikverordnung mit einer Einsatzkonzentration von bis zu 25% in kosmetischen Produkten zugelassen (sowohl in Nano- als auch in Non-Nano-Form).

Um einen SPF/LSF über 30 mit mineralischen Sonnenschutzfiltern zu erzielen, müsste die Konzentration der UV-Filter erhöht werden, was wiederum einen zu stark weißelnden Effekterzeugen würde.

Auf einen Blick:

  • nkm verwendet nur Zinkoxid in Sonnenschutzprodukten.

  • nkm verwendet keine Nanomaterialien.

  • nkm setzt in den pigmentierten Sonnenschutzprodukten farbige mineralische Pigmentezu, um der Haut einen sonnengeküssten Teint zu verleihen und den Weißel-Effekt zu reduzieren.

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