Tipps und Trends

Alles, was du über Sonnenschutz wissen musst

Minuten Lesezeit
15. März 2022
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Dr. med. Anne Gürtler
Hautärztin
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Die Haut vor der Sonne bzw. den UV-Strahlen zu schützen, ist aus vielerlei Gründen wichtig. Unsere Hautärztin Dr. med. Anne Gürtler verrät dir, welche Hautschäden durch UV-Strahlen hervorgerufen werden können, wie du den passenden Sonnenschutz für deinen Hauttyp wählst und welchen Lichtschutzfaktor (LSF) deine Sonnencreme haben sollte.

nkm: Warum ist Sonnenschutz so wichtig?

Dr. med. Anne Gürtler: Sonnenschutz schützt die Haut vor der sogenannten Ultravioletten (UV) Strahlung. UV-Strahlung hat einen Wellenlängenbereich von 100 bis 400 Nanometer (nm) und ist der energiereichste Teil der optischen Strahlung. UV-Strahlung ist für den Menschen nicht sichtbar, kann aber zu sofortigen und langfristigen Schäden der Haut führen. So gilt UV-Strahlung als krebserregend und als wichtigste Einflussgröße der Hautalterung.

nkm: Was ist der UV-Index?

Dr. med. Anne Gürtler: Der sogenannte UV-Index reicht von 0 (keine Gefährdung) zu 11 (extrem hohe Gefährdung) und gibt die zu erwartende maximale sonnenbrandwirksame UV-Strahlung am Tag an. Er soll die Beurteilung möglicher gesundheitlicher Risiken beim Aufenthalt in der Sonne erleichtern und empfiehlt entsprechende Schutzmaßnahmen. Insbesondere UV-A Strahlung ist jedoch nur wenig Tages- und Jahreszeiten abhängig, sodass sich Sonnenschutz rund um das Jahr empfiehlt.

nkm: Wie lange könnte ich ohne Sonnencreme in die Sonne gehen?

Dr. med. Anne Gürtler: Die Zeitspanne, in der die Haut ungeschützt der Sonne ausgesetzt sein kann, ohne zu röten wird als Eigenschutzzeit bezeichnet. Diese hängt vom individuellen Hauttyp ab. Entsprechend der unterschiedlichen Reaktion der Haut auf UV-Licht, abhängig vom Pigmentierungsgrad bzw. der Fähigkeit zur Pigmentierung werden sechs Hauttypen unterschieden. Hauttyp I (sehr helle Haut, Sommersprossen, helle Augen, rotblondes Haar, keine Bräunung) hat in der Regel nur eine Eigenschutzzeit von ca. 10 Minuten, währenddessen Hauttyp VI (schwarze Pigmentierung, dunkle Augen, schwarze Haare, nur selten Sonnenbrand) eine Eigenschutzzeit von ca. 60–90 Minuten hat.

nkm: Wann sollte Sonnenschutz verwendet werden?

Dr. med. Anne Gürtler: Täglich – auch im Winter! Das Auftragen von Sonnenschutz sollte idealerweise fester Bestandteil der morgendlichen Pflegeroutine sein. Wenn kein Sonnenschutz in der Tagescreme enthalten ist, kann dieser auch separat genutzt werden. Hierbei macht es übrigens keinen großen Unterschied, ob zunächst die Tagescreme oder der Sonnenschutz aufgetragen wird.

nkm: Welche Menge an Sonnencreme sollte aufgetragen werden?

Dr. med. Anne Gürtler: Als Richtlinie gelten ca. 30 ml Sonnencreme für den gesamten Körper eines Erwachsenen und eine etwa Teelöffel große Menge für Gesicht, Hals und Nacken.

nkm: Sollte der Sonnenschutz mineralisch / physikalisch oder chemisch sein?

Dr. med. Anne Gürtler: Mineralische / Physikalische Filter sind kleinste Partikel, die die UV-Strahlung wie kleine Spiegel abblocken und reflektieren. Hierzu zählt zum Beispiel Zinkoxid. Diese Filter sind für Allergiker und Kinder besonders gut geeignet, da sie keine Kontaktallergien auslösen. Auf Grund des „Weiß-Effektes“ werden sie jedoch oft nur eingeschränkt kosmetisch toleriert. Eine gute Option sind daher pigmentierte und teintausgleichende Sonnenschutzpräparate auf Basis von mineralisch / physikalischen Filtern. Viele Sonnenschutzpräparate enthalten auch eine Kombination mit chemischen Filtern. Chemische Filter (z.B. Aminobenzoate, Bezophenone) absorbieren die energiereiche UV-Strahlung und geben diese als energieärmere Strahlung, oft in Form von Wärme ab. In der Regel sind alle hochwertigen, im deutschen Handel verfügbaren Sonnenschutzfilter als sicher und gesundheitlich unbedenklich anzusehen.

Eine gute Option sind pigmentierte und teintausgleichende Sonnenschutzpräparate auf Basis von mineralisch / physikalischen Filtern.

nkm: Worauf kann ich beim Kauf meiner Sonnencreme achten?

Dr. med. Anne Gürtler: Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Sonnenschutzpräparaten. Beim Kauf empfiehlt sich zunächst auf den Lichtschutzfaktor (LSF) zu achten und hierbei einen hohen kombinierten Schutz gegen UV-A und UV-B zu wählen. LSF 30 ist für den Alltag ein optimaler Schutz. Bei längeren Aufenthalten im Freien und insbesondere beim Skifahren, Schwimmen und Bergsteigen sollte LSF 50 angewandt werden.

Auch sollte eine passende Grundlage dem Hauttyp entsprechend ausgesucht werden – zum Beispiel Fluids für fettige Haut und Cremes für trockene Haut. Darüber hinaus sollte die Art des Sonnenschutzfilters (mineralisch / physikalisch oder chemisch) bei Bedarf bewusst gewählt werden. So empfehlen sich für Allergiker mineralische / physikalische Filter, da sie keine Allergien auslösen können.

Bei einer zur Akne neigenden Haut sollte auf eine passende Galenik des Sonnenschutzpräparates in Form eines Fluids oder Gels geachtet werden. Insbesondere bei sichtbaren Entzündungen der Haut in Form von Papeln oder Pusteln sollte nicht auf einen begleitenden Sonnenschutz verzichtet werden, da die Hautveränderungen sonst als sogenannte postinflammatorische Hyperpigmentierungen (rötlich / braune Verfärbung als sichtbare Male der stattgehabten entzündlichen Prozesse) abheilen.

nkm: Was sagt der Lichtschutzfaktor (LSF) aus?

Dr. med. Anne Gürtler: LSF steht für Lichtschutzfaktor. Vereinfacht gesagt gibt der Zahlenwert an wie viel länger man sich mit Sonnenschutz der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren, als dies mit der jeweils individuellen Eigenschutzzeit möglich wäre. Theoretisch bedeutet ein LSF 30 eine 30 mal verlängerte Expositionszeit bis zum Eintreten einer Hautrötung. Hierbei bezieht sich der LSF ausschließlich auf den Schutz gegenüber UV-B und nicht UV-A. In der Praxis kann man sich jedoch nicht so genau auf diese Rechnung verlassen. Zum einen lässt sich die individuelle Eigenschutzzeit ohne weitere Diagnostik (Lichttreppendiagnostik) nicht genau bestimmen. Zum anderen beeinflussen viele Faktoren den tatsächlichen Sonnenschutzzeittraum, wie zum Beispiel die schwankende Stärke der UV-Strahlung über den Tag, ein möglicher Abrieb von Sonnencreme, Schwitzen oder eine unzureichende Auftragsmenge und / oder Verteilung der Sonnencreme auf der Haut.

nkm: Welche unterschiedlichen Schäden verursachen UV-A und UV-B Strahlung?

Dr. med. Anne Gürtler: UV-A Strahlung liegt im Wellenlängenbereich von 400–315nm und UV-B Strahlung im Bereich 315–280nm. Je kürzer die Wellenlänge, desto energiereicher die Strahlung und umso schädigender. UV-A Strahlung ist vor allem für die Hautalterung verantwortlich, währenddessen UV-B Strahlung vor allem zu Sonnenbrand führt.

nkm: Was sagt der Lichtschutzfaktor (LSF) aus?

Dr. med. Anne Gürtler: LSF steht für Lichtschutzfaktor. Vereinfacht gesagt gibt der Zahlenwert an wie viel länger man sich mit Sonnenschutz der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren, als dies mit der jeweils individuellen Eigenschutzzeit möglich wäre. Theoretisch bedeutet ein LSF 30 eine 30 mal verlängerte Expositionszeit bis zum Eintreten einer Hautrötung. Hierbei bezieht sich der LSF ausschließlich auf den Schutz gegenüber UV-B und nicht UV-A. In der Praxis kann man sich jedoch nicht so genau auf diese Rechnung verlassen. Zum einen lässt sich die individuelle Eigenschutzzeit ohne weitere Diagnostik (Lichttreppendiagnostik) nicht genau bestimmen. Zum anderen beeinflussen viele Faktoren den tatsächlichen Sonnenschutzzeittraum, wie zum Beispiel die schwankende Stärke der UV-Strahlung über den Tag, ein möglicher Abrieb von Sonnencreme, Schwitzen oder eine unzureichende Auftragsmenge und / oder Verteilung der Sonnencreme auf der Haut.

nkm: Welche unterschiedlichen Schäden verursachen UV-A und UV-B Strahlung?

Dr. med. Anne Gürtler: UV-A Strahlung liegt im Wellenlängenbereich von 400–315nm und UV-B Strahlung im Bereich 315–280nm. Je kürzer die Wellenlänge, desto energiereicher die Strahlung und umso schädigender. UV-A Strahlung ist vor allem für die Hautalterung verantwortlich, währenddessen UV-B Strahlung vor allem zu Sonnenbrand führt.

nkm: Lässt sich die Maximalzeit des Sonnenbadens nach dem Ablauf durch erneutes Auftragen des Sonnenschutzes verlängern?

Dr. med. Anne Gürtler: Der Schutz der Sonnencreme lässt sich durch erneutes Auftragen nicht verdoppeln. Rötet sich die Haut zum Beispiel ohne Sonnencreme nach 10 Minuten, verlängert ein LSF 30 die Schutzzeit um das etwa 30-Fache, also auf 300 Minuten. Danach ist das Maß an UV-Strahlung, das die Haut verträgt erschöpft. Nach dem Schwimmen oder nach starkem Schwitzen sollte jedoch nachgecremt werden, um den Sonnenschutz aufrecht zu halten.

nkm: Brauchen die Lippen und die Haare einen Sonnenschutz?

Dr. med. Anne Gürtler: Die Lippen sollten mit Sonnenschutz geschützt werden, da sie keine Melanozyten (Melanin bildende Zellen) enthalten und daher kaum über einen Selbstschutz verfügen. Insbesondere die Unterlippe ist hoher UV-Strahlung ausgesetzt.

Sonnenschutz für die Haare ist nicht so wichtig wie Schutz der Kopfhaut vor UV-Strahlung. Dies wird nur von wenigen Menschen beachtet. Allerdings wirkt der größte Anteil der UV-Strahlung direkt auf den Scheitel ein.

nkm: Wie sollte ich die Haut reinigen, wenn ich Sonnencreme benutzt habe?

Dr. med. Anne Gürtler: Abends sollte stets das Gesicht abgeschminkt und gereinigt werden. Eine besondere Reinigung ist jedoch nicht erforderlich.

nkm: Wie schützt man am besten Baby und Kinder vor der Sonne?

Dr. med. Anne Gürtler: Babys und Kinder sollten besonders vor der Sonne geschützt werden, da Sonnenbrände zu frühzeitigen Hautschäden führen können. In Sommerurlauben am Strand empfehlen sich zum Beispiel UV dichte Textilien. Darüber hinaus sollte Sonnencreme mit physikalischen Filterngenutzt werden, da diese nicht im Gesicht oder in den Augen brennen und nicht kontaktallergen wirken.

nkm: Schatten oder Sonnencreme als effektivster Sonnenschutz?

Dr. med. Anne Gürtler: Der effektivste Sonnenschutz ist das Meiden der Sonne. Daher gilt folgende Abstufung: Sonne meiden/ Schatten – bedeckende Kleidung – Sonnencreme.

nkm: Sollte man beim Sonnenbaden die Mittagszeit besser meiden?

Dr. med. Anne Gürtler: Ja, unbedingt. Zur Mittagszeit ist die UV-Exposition am größten und somit das Risiko für sonnenbedingte Schäden der Haut am bedeutendsten.

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