Hautkrankheiten

Was ist eine Periorale Dermatitis?

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01. September 2021
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Dr. med. Anne Gürtler
Hautärztin
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Periorale Dermatitis, umgangssprachlich auch "Mundrose" genannt, äußert sich in Schuppen und Spannungsgefühl im Gesicht, besonders um den Mund herum. Wir erklären dir den Hautzustand und was du dagegen tun kannst.

Was ist eine Periorale Dermatitis?

Flächiges Erythem, Papel, Pusteln und eine feinlamelläre Schuppung um den Mund herum (lat. perioral) oft mit Beteiligung des Kinns und der Nasolabialfalten begleitet von Brennen und Spannungsgefühl – das beschreibt eine Periorale Dermatitis (umgangssprachlich Mundrose).

Ursächlich scheint eine Irritation der Gesichtshaus durch eine „Überpflege“ zu sein, beispielsweise durch vermehrte (zu aggressive) Reinigung und/oder durch einen übermäßigen Einsatz von Kosmetika. Vor allem jüngere Frauen sind betroffen. Zur Linderung der Beschwerden wird schnell zu Glukokortikoid-haltigen oder antibiotischen Cremes/Salben gegriffen. Insbesondere beim Absetzen kommt es dann jedoch zu einem erneuten Aufblühen der Symptomatik. Daraufhin wird erneut vermehrt gepflegt und gereinigt, was schließlich in einen Teufelskreis endet.

Wie entsteht die charakteristische Aussparung um das Lippenrot?

Bei genauer Begutachtung einer perioralen Dermatitis zeigt sich eine freie Zone, der unmittelbar an das Lippenrot angrenzenden Hautzone. Hier fehlen die sogenannten Vellushaare, die bei einer perioralen Dermatitis befallen sind. Ein Vellushaar ist das normale Oberflächenhaar. Es ist zart und wenig pigmentiert. Am Kopf, den Augenbrauen, Wimpern, Achseln und Intimberiech wandelt es sich in ein pigmentiertes und dickes Haar um.

Schwarzteeumschläge bei starkem Spannungsgefühl

  • 2-3 Beutel reinen Schwarztee etwa 10-15 Minuten ziehen lassen (kein parfümierter Tee wie z.B. Earl Grey)

  • Nach Abkühlung mit einem Leinentuch 10-15 Minuten auf dem betroffenen Areal einwirken lassen

  • Die enthaltenden Gerbstoffe des Tees lindern das Ziehen, Brennen und Spannungsgefühl

„Null-Therapie“- auch wenn es sehr schwerfällt

Ein erfolgreicher Therapieansatz basiert auf der Entwöhnung der zuletzt verwendeten Kosmetika, insbesondere von Glukokortikoidexterna. Für die Reinigung des Gesichts empfiehlt sich Wasser oder die sparsame Verwendung von Syndets. Das Gesicht sollte mit einem sauberen Handtuch abgetupft werden, ohne zu reiben. Parfums sollten gemieden werden. Wenn eine „Null-Therapie“ nicht durchsetzbar ist, können antientzündliche verschreibungspflichtige Präparate der Gruppe der Calcineurininhibitoren eingesetzt werden.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es keine konkreten evidenzbasierten ernährungsmedizinischen Empfehlungen bei einer perioralen Dermatitis. Einige Studien deuten jedoch darauf hin, dass eine Substitution mit Zink bei einem bestehenden Mangel die klinischen Symptome lindern kann.

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