Inhaltsstoffe

Weidenrinde

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12. März 2021
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Mareike Peters
Gründerin
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Der Rohstoff kann nicht nur auf Grund seines Gehalts an Salicylsäure bei uns punkten.

Weidenrinde in der Naturkosmetik

Die Silberweide (Salix alba) ist ein kleiner Baum der Familie der Weidengewächse (Salicaceae), der in Europa, Asien und Nordafrika natürlicherweise beheimatet ist und seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Heilpflanzen zählt [3][9]. Der Weidenrindenextrakt wird aus der weißen Rinde der Salix alba gewonnen und ist durch seinen hohen Gehalt an Phenolglykosiden charakterisiert. [7][9] Salicin, als das bekannteste Phenolglykosid, liegt in der Weidenrinde in veresterter Form vor und wird erst während der Extraktion teilweise hydrolysiert. [9] Obwohl Weidenrindenextrakte in der Regel auf Salicin standardisiert sind, spielen auch weitere Verbindungen, einschließlich Polyphenole und Flavonoide, eine wichtige Rolle. Als wertvolle Quelle bioaktiver Verbindungen weist der Rindenextrakt der holzigen Gefäßpflanze ein breites Spektrum biologischer Aktivitäten, wie u.a. antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften auf. [3]

Studienergebnisse bestätigen die hervorragende Radikalfängeraktivität und die Wirkung als Antioxidans, die wahrscheinlich auf die polyphenolischen Verbindungen (u.a. Kaffeesäurederivate) zurückzuführen ist. [6] Das antioxidative Potenzial, gemessen an der Radikalfängeraktivität, erweist sich sogar als wirksamer als Ascorbinsäure (Vitamin C). [3] Es besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Konzentration des Weidenrindenextraktes und dem Prozentsatz der Hemmung von Sauerstoffradikalen. [6] 

Entzündungshemmende Effekte werden grundsätzlich dem enthaltenen Salicin zugeschrieben, einem Salicylsäureglykosid. Jedoch wurden darüber hinaus mindestens 11 weitere verwandte Salicylverbindungen im Weidenrindenextrakt nachgewiesen. [7] Diese komplexe Mischung an Bestandteilen erklärt, warum die typische Dosis eines Weidenrindenextrakts im Bereich von 120 – 240 mg Salicin

Weidenrindenextrakt für die Haut

Obwohl die Rindenextrakte der weißen Weide vor allem aufgrund des Salicingehalts verwendet werden, scheinen insbesondere auch die enthaltenen Polyphenolverbindungen aufgrund ihrer phytochemischen Profile einen positiven Einfluss auf die menschliche Gesundheit zu haben. [3] Neben der hautbesänftigenden und antimikrobiellen Wirkung sorgen antioxidative und radikalfangende Aktivitäten für einen möglichen Einsatz in Anti-Aging-Kosmetika. Rindenextrakte sollen jedoch besonders in Kosmetika in niedrigen Konzentrationen verwendet werden, um negative Einflüse auf die Fibroblasten zu vermeiden. [3]

Der Salicingehalt bietet einige Anti-Aging-Vorteile und reduziert Zeichen der sichtbaren Hautalterung. Studien zeigen, dass Fältchen gemindert und gleichzeitig die Festigkeit und Dehnbarkeit der Haut erhöht werden und das auch in recht niedriger Dosierung. Als optimal hat sich ein Anteil von 0,5% Salicin erwiesen. Das entspricht einer Einsatzmenge von weniger als 1% des Weidenrindenextraktes. Die topische Applikation von Präparaten mit Salicin lässt die Haut hydrierter und strahlender wirken. [4]

Weidenrindenextrakt ist ideal, um Entzündungen und damit verbundene Rötungen zu reduzieren sowie ein wirksames antimikrobielles Mittel. Die Extrakte der Silberweide bieten die Vorteile von Salicylsäure (beta-Hydroxysäure) ohne die typischen Reizungen und Irritationen, die normalerweise bei der Verwendung bspw. von synthetischen alpha-Hydroxysäuren (AHAs) auftreten. Zudem sorgt die Wasserlöslichkeit für eine problemlose Integration in eine Vielzahl von Formulierungen. [5]

Salicylsäure ist bekannt dafür, die Haut von Talgüberschuss und verhornten Zellen durch die keratolytische (Hornschicht auflösende) Wirkung zu befreien. Sie löst verstopfende Hornlamellen auf und wirkt abschuppend. Außerdem hemmt es das Bakterienwachstum. [10]

Allergiepotenzial und Verträglichkeit von Weidenrinde

Weidenrindenextrakte können bei Anwendung auf der Haut ein geringes Allergiepotenzial aufweisen. [2][9]

Phototoxizität

Von phototoxischen Eigenschaften ist nicht auszugehen. Allerdings sollte bei regelmäßiger Anwendung sowie höherer Einsatzmenge auf die anschließende Verwendung von UV-Schutz-Produkten geachtet werden. 

Steckbrief Weidenrinde

INCI

SALIX ALBA (Willow) BARK EXTRACT POWDER

Deklarationspflichtige Bestandteile

Zusammensetzung anteilig %

Salicin in Form der Ester Tremulacin, Salicortin und Acetylsalicortin: Anteil der natürliche Salicin-Derivate 53 – 65% (berechnet als Salicylsäure) [1] weitere Phenolglykoside, Flavonoide wie Quercetinglycoside und and. Derivate, Chalkone, Flavane wie (+)-Catechin und kondensierte Gerbstoffe [2][3]

pH-Wert

4 – 6 (3% Lösung in H2O) [1]

Funktion und Dosierung in Rezepturen

Aufgrund des Gehalts an natürlichen Salicylaten ist es nicht zur Verwendung in Produkten für Kinder unter 3 Jahren zulässig!

Da Salicylsäure in der Kosmetikverordnung nur eingeschränkt einsatzfähig ist, empfehlen wir eine Einsatzkonzentration von max. 4,6% Extrakt in auszuspülenden Haarprodukten und bis max. 3% Extrakt in anderen Produkten mit Ausnahme von Körperlotionen, Lidschatten, Wimperntuschen, Eyelinern, Lippenstiften und Rollstiftdeodoranten.

Hier ist lediglich der Einsatz von bis zu 0,5% Salicylsäure-Derivate (entspr. 0,77% Rinden-Extrakt) als Konservierungsmittel zulässig.

Nicht geeignet für den Einsatz in Mundmitteln oder Sprayprodukten [Anh. III/98, V/3, KVO]

Anti-Aging-Eigenschaften optimal bei Einsatz von unter 1% Extrakt dokumentiert (entspr. 0,5% Salicin). [4]

Wirkung

antimikrobiell, antioxidativ, entzündungshemmend, verbessert die Zellerneuerung [5], adstringierend, haarkonditionierend & hautpflegend, kräftigend & lindernd, bietet breites Spektrum an Vorteilen zur Verbesserung der wichtigsten Anzeichen der sichtbaren Hautalterung [3][4][6][7]

Anwendungsmöglichkeiten

in Anti-Aging-Pflege [4] Reinigung, Peelings für Problemhaut [5]

Haltbarkeit/Konservierung

Ca. 12 Monate

Pulver ist hygroskopisch, d.h. neigt dazu Wasser zu binden

Besonderheiten bei Verarbeitung (z. B. Warnhinweise bei gefährlichen Rohstoffen)

Siehe oben – eingeschränkte Einsatzfähigkeit: Dosierung dringend beachten!

Lagerung

Trocken lagern bei Temperaturen nicht über 32°C. Nicht einfrieren. [8]

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