Was ist gerade bei uns los Path 6
Liebes NKM Dorf, durch die aktuelle MwSt. Senkung haben wir uns entschieden die Differenz für gute Zwecke zu spenden, wer das nicht möchte erhält mit dem Code KEINESPENDE 3% auf die Bestellung. Mehr erfahrt ihr auf Instagram 🌱
(x) Schließen

Die gelernte Produktentwicklerin für Naturkosmetik und angehende Kräuterheilkundlerin kämpft mit NKM für mehr Natur und Nachhaltigkeit in der Kosmetikbranche.

Mareike Peters

NKM-Gründerin

Als „Sebostase“ bezeichnet man eine verminderte Aktivität der Talgdrüsen – typischerweise ist sie der Auslöser für trockene und rissige Hautzustände.

Ursachen für trockene Haut

Trockene Haut kennt viele Symptome: Spannungsgefühl, Juckreiz und abfallende Hautpartikel, aber auch Rötungen, eine dünneren Epidermis und eine sog. „Pergamenthaut” sind Hinweise auf einen trockenen Hautzustand. Dabei führt auch hier die Ursachenforschung auf den optimalen Weg zu einer geeigneten Pflegestrategie.

Der Verlust der intra- bzw. interzellulären Feuchtigkeit

Die am häufigsten zu erkennenden Gründe für trockene Haut sind ein Verlust an inter- und intrazellulärer Feuchtigkeit, eine strukturelle Störung im Aufbau der Epidermis oder eine externe Stimulation.

Im Bereich der normalen & ebenmäßigen Haut haben wir bereits beschrieben, wie die Haut aufgebaut ist: Im Hautgewebe lassen sich feuchtigkeitsbindende Substanzen nachweisen, die innerhalb der Zellen und um die Korneozyten herum Feuchtigkeit binden. Für einen gesunden Hautaufbau und ein pralles, gesundes Aussehen ist ein ausreichender Feuchtigkeitsgehalt der Haut essenziell.

Eine Störung im Aufbau der Epidermis

Auf der obersten Schicht der Haut, der Epidermis, liegt ein dünner Lipidfilm: die Barriereschutzschicht. Eine ihrer Funktionen ist es zu verhindern, dass Feuchtigkeit aus dem Körperinneren verdunsten kann. Ist die Barriereschutzschicht nicht durchgängig und weist Lücken auf, kann die Haut eine erhöhte Verdunstung nicht mehr verhindern. Ein halber Liter Feuchtigkeit am Tag ist der normale Richtwert – bei Ausschlägen dieses Wertes nach oben kommt es zu einer Austrocknung der Haut.

Externe Reizfaktoren wie Reinigungsprodukte, heißes Wasser oder schwankende Lufttemperaturen

Talg, die natürliche Feuchtigkeitscreme des Körpers, verhält sich in seiner Viskosität wie Kuhmilchbutter: Bei niedrigeren Temperaturen wird sie fest und kann sich schlechter verteilen, wodurch Lücken in der Barriereschutzschicht entstehen.

Heißes Wasser oder warme Heizungsluft hingegen lösen die leicht schmelzbaren Fette von der Haut. Dieser Effekt wird durch Reinigungsprodukte mit Fettlösekraft noch verstärkt: Ebenso wie viele Schmutzpartikel besteht die Hautoberfläche aus Fetten, die bei der Nutzung von Reinigungsprodukten gelöst und von der Hautoberfläche entfernt werden. Auch hier kann als Folge der entstehenden Lücken in der Barriereschutzschicht die Feuchtigkeit entweichen.

Der TEWL zur Messung des Feuchtigkeitsverlustes

Bestimmung der Membranfunktion der Haut

Die Abkürzung „TEWL“ steht für den englischen Begriff „Transepidermal Waterloss“, also transepidermaler Wasserverlust. Dieser gibt an, wie viel Feuchtigkeit auf einer festgelegten Fläche über einen festgelegten Zeitraum über die Haut verdunstet. Über die Ermittlung des TEWL kann festgestellt werden, wie gut die Barriereschutzschicht die Feuchtigkeit im Hautinneren halten kann. Ein Wert von 2 g/m2/h signalisiert, dass ein Quadratmeter Haut 2 g Feuchtigkeit in einer Stunde verliert.

Hautpflegeprodukte beeinflussen den TEWL-Richtwert

Einzig der unbeeinflusste, im ruhenden Zustand gemessene TEWL kann die eigene Hautfunktion abbilden. Okklusive Pflegeprodukte, die mit den Bestandteilen der Pflanzenbutter oder Silikonen die Hautporen abdichten, können das Testergebnis vermindern. Schwitzen hingegen kann den TEWL erhöhen. Trockene Haut wird durch unkontrollierte Wasserfreigabe verursacht, der erhöhte TEWL durch Schwitzen hingegen findet kontrolliert über die Schweißdrüsen statt.

Den eigenen TEWL bestimmen

Gemessen wird der transepidermale Wasserverlust durch die Open-Chambers-Methode, bei der mithilfe zweier Messgeräte über einen bestimmten Zeitraum der austretende Wasserdampf erfasst wird. Eine Messung ohne diese Messgeräte ist leider nicht möglich. Nichtsdestotrotz findet sich bei trockenen Hautzuständen fast immer ein erhöhter TEWL. Daher sollte die Hautpflege eine Verringerung der austretenden Feuchtigkeitsmenge anstreben.

Okklusivität Silikon oder Pflanzenbutter?

„Okklusion“ nennt man das luft- und wasserundurchlässige Abdichten der Haut. Sie kann helfen, den TEWL zu senken; bei übermäßiger Okklusion quillt die Haut jedoch auf.

    • Silikon, Paraffin, Mineralöl vollständige Undurchlässigkeit: Lange Zeit bediente sich die Kosmetikindustrie dieser Inhaltsstoffe, da sie stark okklusiv wirken und folglich die Haut aufquellen lassen ‒ ähnlich wie ein zu langes Bad oder das Tragen von Gummihandschuhen. Nicht nur behindern diese die natürlichen, regenerierenden Prozesse der Haut und ist somit hautschädlich, sondern sie sind auch schädlich für die Umwelt und das Grundwasser. Aus Marketinggründen war Silikon jedoch enorm beliebt, da durch das Quellen die Hautfalten kurzzeitig aufgefüllt wurden und so die Behauptung einer „Faltenauffüllung” rechtlich unangreifbar wurde.
    • Sheabutter, Kakaobutter, Pflaumenkernbutter sanft zur Haut und zur Umwelt: Pflanzenbutter ist weit weniger okklusiv und behindert daher nicht die hauteigenen Regenerationsprozesse. Dennoch wird der erwünschte Effekt einer Minderung des TEWL erreicht. Mit Lipiden, die den Bausteinen der Hautstruktur sehr ähneln, können sie enzymatisch verstoffwechselt und so für das Hautgerüst verwertet werden. Da sie zum Teil 1.000 x teurer sind als Silikon, Paraffin oder Mineralöl, sind sie im Niedrigpreissegment meist gar nicht und im Mittelpreissegment nur in geringen Einsatzkonzentrationen zu finden.

Tipps & Tricks

Die verminderte Talgproduktion begünstigt eine vorzeitige Hautalterung. Zusätzlich zu einer ausreichenden Feuchtigkeitspflege und zum Aufbau einer intakten Barriereschutzschicht sollte auch noch die Faltenbildung beachtet werden.

Omega-3 Fettsäuren – Sowohl die Ernährung als auch die Hautpflege profitiert von Omega-3 Fettsäuren wie Leinsamen, Fisch oder Avocado bzw. Alpha linolensäurehaltige Ölen wie Wildrosenöl, Himbeersamenöl oder Johannisbeersamenöl.

Viel Wasser trinken – Feuchtigkeit ist ein essenzieller Teil der natürlichen Funktion der Haut: Sie zieht sich das getrunkene Wasser aus der Subcutis bis zur Epidermis. Dieser Kreislauf ist nur bei einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr gewährleistet.

Externe Faktoren überprüfen  Bevor trockene Haut fälschlicherweise resignierend als „genetisches Schicksal“ akzeptiert wird, sollten externe Faktoren überprüft und negative Einwirkungen auf die feuchtigkeitsbindenden Substanzen sowie auf die Barriereschutzschicht ausgeschlossen werden.