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Technisches zur Produktentwicklung

Ein kosmetisches Rezept formulieren

5 Minuten Lesezeit 27. Oktober 2020 Mareikes eigens kreiierte kosmetischen Rezepte.

Jetzt geht es los: Schreibe dein erstes eigenes Rezept für Kosmetik!

Die gelernte Produktentwicklerin für Naturkosmetik und angehende Kräuterheilkundlerin kämpft mit NKM für mehr Natur und Nachhaltigkeit in der Kosmetikbranche.

Mareike Peters

NKM-Gründerin

Rezepturentwicklung gliedert sich in drei Teile

Die Rezepturentwicklung gliedert sich in drei Abschnitte: die Ideensammlung, die Auswahl und Einsatzmenge der Rohstoffe und die Test- und Optimierungsphase.

Bei der Ideensammlung wird die Grundstruktur des Produkts identifiziert

Ein tolles Produkt fällt nicht vom Himmel. Und es dauert eine Weile, bis man Partnerrohstoffe, Harmonien und Ideen miteinander kombiniert. In der ersten Phase werden Ideen, Produktdesign und Zielgruppe gesammelt und definiert.

Die erste Formulierung geschieht auf dem Papier

Hat man einen Pool an kombinierbaren Ideen, schreibt man das erste Rezept: Dies ist zunächst eine grobe Version davon, wie das Produkt später aussehen wird. Wie die erste Runde eines Steinmetzes, der zunächst grob, und später fein arbeitet. Es werden erste Einsatzmengen definiert und wie beim Sudoku an den Nummern gefeilt.

Kein Produktentwickler steht im Labor und rührt ohne Plan. Jedem Rührversuch geht eine Planung der Einsatzmengen und eine Rezeptentwicklung voran. Für planloses Rühren sind die Zusammenhänge zwischen Temperatur, Rohstoff und Herstellungsvorgang zu komplex, und es wäre reine Rohstoffverschwendung.

Die Testphase definiert Feinheiten

Steht die grobe Rezeptur, wird der erste Rührversuch gestartet. Das Ergebnis testet man selbst: Ist man mit dem Produkt zufrieden? Mag man Konsistenz, Farbe, Geruch, Penetrationsverhalten? Ist es zu fest oder zu flüssig? Die Beobachtungen und Veränderungen werden notiert und Änderungen für den erneuten Rührprozess optimiert.


 

 

Wie schreibt man ein kosmetisches Rezept?

Nimm deinen Rezept-Leitfaden zur Hand! Es hilft dir, bei der Auswahl nicht das Ziel zu verfehlen.

Notiere dir die Rohstoffe, die du gerne verwenden würdest

Schreibe eine Liste aller Ingredienzen, die gut zu deiner Produktidee passen. Denke dabei daran, dass du zu jeder Produktkategorie einen Rohstoff aufschreibst!

Bei einem Toner solltest du: 

  • mindestens ein Hydrolat,
  • mindestens ein Konservierungsmittel und
  • mindestens einen Wirkstoff notiert haben.

Bei einer Emulsion sieht es schon komplexer aus. Da benötigt man mindestens:

  • ein Öl,
  • eine Butter,
  • einen Emulgator,
  • ein Hydrolat,
  • einen Wirkstoff,
  • ein Verdickungsmittel,
  • ein Feuchthaltemittel und
  • ein Konservierungsmittel.

Beginne damit, die Rohstoffe Schritt für Schritt zu kombinieren

Nimm dir bei diesem Schritt die Grundrezepturen zu Hilfe: Besetze jeden Inhaltsstoff mit einem selbstgewählten Rohstoff. Fange bei den Basisrohstoffen an, gehe dann zu den Wirkstoffen, dann zu den Funktionalen und zum Schluss zur Aromatherapie und den ästhetischen Zusätzen über.

Starte mit den Grundlagen und eigne dir Grundwissen an

Ein guter Formulierer beherrscht selbst simple Rezepturen. Studiere, wie sich jeder einzelne Rohstoff bei Temperaturschwankungen, Lagerung, Verarbeitung und Kombination verhält, besonders bei Buttern, Wachsen und Emulgatoren! Erst wenn du eine Rezeptur mit wenigen Zutaten beherrscht, kannst du durch Zusätze und weitere Rohstoffe die Komplexität erhöhen.

Tipps & Tricks

  • Die Rohstoffe sind das Endprodukt. Oder andersherum gesagt: Das Endprodukt besteht aus den eingerührten Zutaten. Lerne und studiere deine Inhaltsstoffe also gründlich und wähle immer die beste Qualität, die du bekommen kannst!
  • Rezepturen formuliert man in Prozent. Nur so können 50 g oder 500 g derselben Rezeptur hergestellt werden. Merke dir bei der Rohstoffrecherche die empfohlenen Einsatzkonzentrationen in Prozent, nicht in Gramm!
  • Formulierung ist wie ein Hausbau: Starte mit dem Fundament! Überlege dir dann die Wände, das Dach und anschließend die Feinheiten.

Hilfreiche Seiten, die dir bei deiner ersten Formulierung helfen, sind folgende:

  • Glossar und Inhaltsstoffe – Lerne und studiere das Handwerk der Kosmetikherstellung und die Inhaltsstoffe, die deine Hautpflege ausmachen. Je mehr du über die Rohstoffe weißt, desto sauberer werden deine eigenen Formulierungen.
  • Rezept Leitfaden – Der Leitfaden hilft dir dabei, dich zu orientieren und das Ziel deines Kosmetikums im Auge zu behalten.
  • Grundrezepturen – Die Grundrezepturen bestimmen, welche Inhaltsstoffe du auswählen solltest und welche Rohstoffe in deinem Rezept noch fehlen.