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Rohstoff-Lexikon

Kokosöl

6 Minuten Lesezeit 25. Januar 2021 Eine aufgeschnittene Kokosnuss auf einem Tisch.

Kokosöl für die Haut: gut oder schlecht? Anders als der Name vermuten lässt, ist die Kokosnuss eigentlich keine Nuss. Sie ist eine Steinfrucht. Ihr Öl hat feuchtigkeitsspendende und antimikrobielle Eigenschaften.

Die gelernte Produktentwicklerin für Naturkosmetik und angehende Kräuterheilkundlerin kämpft mit NKM für mehr Natur und Nachhaltigkeit in der Kosmetikbranche.

Mareike Peters

NKM-Gründerin

Kokosöl ist einer der umstrittenen natürlichen Inhaltsstoffe in der Hautpflege. Die einen schwören darauf, die anderen wollen es lieber gar nicht verwenden. Aber wer Kokosöl liebt profitiert vor allem von seiner feuchtigkeitsspendenden Fähigkeit und den antimikrobiellen Eigenschaften. Lass uns nun alles über Kokosöl herausfinden – dann kannst Du besser entscheiden, ob dieser Inhaltstoff der richtige für dich ist. 

Die Kokosnuss eine besondere Frucht

Mir fällt keine andere Pflanze ein, die so vielseitig einsetzbar ist wie die Kokosnuss. Die Wurzeln, der Stamm, die Schale der Frucht, das Fleisch, das Wasser: Alles von der Kokospalme kann für viele verschiedene Dinge genutzt werden. Die Menschen, vor allem in Südostasien, verwenden Kokosnussprodukte als Material zum Hausbau, zur Herstellung von Kleidung, als Nahrungsmittel und sogar als traditionelle Medizin. Es ist kein Wunder, dass die Kokospalme als der „Baum des Lebens“ bezeichnet wird. 

Trotzdem wundert ihr euch bestimmt, warum man Kokosöl überhaupt bei uns finden kann, da es ja kein regionaler Rohstoff ist. Grund hierfür ist, dass wir Kokosöl nur noch in ein paar älteren Rezepten verwenden und ihr uns gebeten habt, die Rezeptur nicht zu verändern. Bei uns steht Regionalität, wie ihr sicher wisst, mit an oberster Stelle. Deshalb, und um den ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten, empfehlen wir euch auch, auf regionale Öle umzusteigen.


 

Woher kommt Kokosöl?

Die Kokospalme gehört zur Familie der Arecaceae, das ist eine Palme, die bis zu 30 m hoch werden kann und in tropischen und subtropischen Regionen zu finden ist. Es wurde angenommen, dass die Pflanze aus Indo-Malaya stammt. Heute wird die Kokospalme in mehr als 90 Ländern angebaut, wobei die Philippinen, Indonesien, Brasilien und Indien die größten Produzenten sind. 

Anders als der Name vermuten lässt, ist die Kokosnuss eigentlich keine Nuss. Sie ist eine Steinfrucht, mit ihrer meist grünen oder gelben äußeren Schicht als Exokarp, der faserigen Schale als Mesokarp und der braunen Hülle, die das weiße Fleisch und Wasser im Inneren umschließt, als Endokarp.


 

Typen von Kokosöl und wie man es gewinnt

Typischerweise finden sich zwei Arten von Kokosöl auf dem Markt. Das erste ist RBD-Kokosöl, was für raffiniert, gebleicht und desodoriert steht. Anstatt frisches Fleisch zu verwenden, wird dieses Kokosöl aus dem getrockneten Fleisch der alten Kokosnuss, bekannt als Kopra, hergestellt. Durch das Pressen des Fleisches wird das Öl freigesetzt. Anschließend werden weitere Prozesse wie Erhitzen und Bleichen durchgeführt, um Verunreinigungen aus der Kopra zu entfernen, damit diese nicht in das Kokosöl übergehen. 

Das zweite ist natives Kokosöl. Für diese Art von Öl wird das frische Fleisch der gereiften Kokosnuss verwendet. Um das Öl zu gewinnen, kann man entweder die Trocken- oder die Nassmethode anwenden. Bei der Trockenmethode wird das frische Kokosnussfleisch etwa zwei Tage lang mit etwas Hitze getrocknet und dann mit einer Maschine gepresst. Bei der Nassmethode hingegen muss man zuerst die Kokosmilch gewinnen, dann das Öl mithilfe von Zentrifugen, Enzymen oder durch Fermentation von der Milch trennen. 

Sowohl natives- als auch raffiniertes Kokosöl haben ein ähnliches Fettsäureprofil, natives Kokosöl weist jedoch einen höheren Gehalt an bioaktiven Verbindungen auf. [1] Daher bietet es für kosmetische Zwecke einen größeren Nutzen. 


 

Was steckt im Kokosöl?

In den letzten Jahren hat Kokosöl vor allem in der Diät- und Wellnessbranche an Popularität gewonnen. Beauty-Gurus, Fitness-Enthusiasten, vegane Influencer, alle schienen Kokosöl zu befürworten und lobten seine Fähigkeit, fast alles in deinem Haushalt zu ersetzen, von Speiseöl bis zu Körperlotion. 

Obwohl es als Öl bezeichnet wird, ist Kokosöl ein Fett. Die Fettsäurekomponenten des Kokosöls bestehen zu 90 % aus gesättigten Fettsäuren, wobei die Laurinsäure die Hauptverbindung darstellt. Das ist der Grund, warum Kokosöl bei Raumtemperatur eine feste Form hat. Kokosöl enthält jedoch auch einige ungesättigte Fettsäuren, nämlich Linolsäure und Ölsäure. 

Mit 12 Kohlenstoffatomen im aliphatischen Schwanz wird Laurinsäure als mittelkettige Fettsäure kategorisiert. Diese Fettsäure ist genau diejenige, die für die entzündungshemmenden Eigenschaften des Kokosöls sorgt. Dazu kommen wir später. 

Ähnlich wie andere Pflanzenöle enthält auch Kokosöl Phytosterine: z. B. Beta-SitosterolAvenasterolStigmasterolCampesterol usw. [2] Weiterhin enthält Kokosöl

  • Vitamin E sowie
  • Alpha-, Beta-, Gamma-Tocopherol und
  • Alpha-Tocotrienol.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Anteil an in nativem Kokosöl enthaltenen Vitamin E geringer ist als in vielen anderen Pflanzenölen, nämlich etwa 38 mg/kg. [3] 

Bietet Kokosöl gesundheitliche Vorteile?

Vielleicht hast Du schon viel von den gesundheitlichen Vorteilen gehört, die mit der oralen Einnahme von Kokosöl verbunden sind. Es wird oft erwähnt, dass Kokosöl beim Abnehmen helfen kann und den Cholesterinspiegel senkt. Aber Vorsicht! Ganz das Gegenteil ist der Fall: Aus wissenschaftlicher Sicht sollte man zurückhaltend sein, wenn man Kokosöl in die Ernährung einbaut. Aufgrund des hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren kann sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Gemäß der Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sollte die Aufnahme von gesättigten Fetten so gering wie möglich sein. [4]


 

Wie wirkt Kokosöl auf unserer Haut?

Was ist mit dem Vorteil für die Gesundheit der Haut? Es kommt darauf an. Kokosöl ist ein schweres Öl, das komedogen ist. Das bedeutet, dass es tatsächlich deine Poren verstopfen kann. Wenn Du fettige oder zu Akne neigende Haut hast, solltest Du eher davon absehen, Kokosöl auf deinem Gesicht zu verwenden. Aber wenn Du normale oder trockene Haut hast, ist Kokosöl ein wunderbarer Inhaltsstoff, um tiefe Feuchtigkeit zu spenden. 

Leute mit Ekzemen oder Schuppenflechte können ebenfalls von Kokosöl profitieren. Monolaurin, das aus der im Kokosöl enthaltenen Laurinsäure gebildet wird, sorgt für die antimikrobielle Wirkung. [5] Daher kann Kokosöl dabei helfen, die Rötung und den Juckreiz der entzündeten Haut zu reduzieren. 

Anwendung von Kokosöl in der Schönheitspflege 

Eine meiner persönliche Lieblingsarten, Kokosöl zu verwenden, ist als Reinigungsöl, als erster Schritt von Double-Cleansing. Kokosöl eignet sich hervorragend, um hartnäckiges wasserfestes Make-up zu entfernen. Am besten einfach kleine Menge Kokosöl auf dem Finger reiben, bis es aufemulgiert. Dann massiert man es vorsichtig in die trockene Haut ein. Achte aber darauf, das Kokosöl mit deinem Lieblings-Gesichtsreiniger gründlich abzuwaschen, um die Rückstände zu entfernen. 

Als Alleskönner kann auch dein Haar von den Vorteilen dieses natürlichen Inhaltsstoffes profitieren. Besonders trockenes, lockiges oder texturiertes Haar kann die volle feuchtigkeitsspendende Wirkung von Kokosöl für sich nutzen. Das Öl hilft, Haarschäden vorzubeugen und die Kopfhaut zu beruhigen, indem man es entweder auf die Haarspitzen aufträgt oder als Haarmaske verwendet. 

Es gibt noch viele andere Möglichkeiten, Kokosöl in unserer Beauty-Routine zu nutzen. So kann Kokosöl als natürliches Deo eingesetzt werden, da es die Vermehrung von geruchsverursachenden Bakterien hemmt. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Kokosöl als Lippenbalsam, um rissige Lippen zu nähren.


 

 

Fazit 

Kokosöl kann bei manchen Hauttypen wahre Wunder bewirken, bei anderen hingegen nicht. Interessierst Du für die Verwendung von Kokosöl? Mach einen Patch-Test an einem kleinen Bereich deiner Haut, bevor Du es auf größere Bereiche anwendest. Dann siehst du, wie deine Haut darauf reagiert. 


 

Steckbrief Kokosöl

INCI
Cocos Nucirefa Oil 
Schmelzpunkt ca. 25 °C
Siedepunkt ca. 170 °C bei nativem Kokosöl; ca. 350 °C bei raffiniertem Kokosöl 
Farbe weiß oder fast weiß
Fettsäuren anteilig % Laurinsäure 40–52 %, Myristinsäure 15–22 %, Palmitinsäure 6–12 %, Caprylisäure 4–11 %, Caprinsäure 4–11 %, Olsäure 3–10 %, Stearinsäure max. 5 %, Linolsäure max. 4 %, Capronsäure max 1,5 %, Linolensäure max. 0,2 %, Arachinsäure max. 0,2 %, Eicosensäure max. 0,2 % 
Unverseifbares anteilig % NA
Wirkung (der Bestandteile oder als Ganzes) emollient, feuchtigkeitsspender, entzündungshemmend, antibakteriell 
Anwendungsmöglichkeiten Haarpflege, Körperlotion, Make-up-Reiniger, Lippenpflege, Deo  
Haltbarkeit 18 Monate
Lagerung Behälter dicht geschlossen, vor Hitze und direkter Sonnenbestrahlung schützen  

 

Hier gibt es den Rohstoff: