Was ist gerade bei uns los Path 6
Moin Hamburg, Servus aus München! Wir haben geöffnet - Besuche uns in unserem neuen NKM Atelier in der Hohe Bleichen 25. Wir freuen uns auf dich! :-)
(x) Schließen
Rohstoff-Lexikon

Distelöl

8 Minuten Lesezeit 21. Januar 2021 Der Rohstoff Distelöl von NKM Naturkosmetik München in einem braunen Glasfläschchen auf einem Holzbrett angerichtet.

Mit rund 70 % Linolsäure eignet sich Distelöl als vielseitig pflegendes, stärkendes Pflegeöl.

Die gelernte Produktentwicklerin für Naturkosmetik und angehende Kräuterheilkundlerin kämpft mit NKM für mehr Natur und Nachhaltigkeit in der Kosmetikbranche.

Mareike Peters

NKM-Gründerin

Distelöl wird häufig in Pflegeprodukten wegen seiner feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften verwendet, die durch die Reduktion des TEWL entstehen. Gewonnen aus den Samen einer der ältesten vom Menschen genutzten Pflanzen, enthält Distelöl nährende Substanzen, die für unsere Haut wichtig sind.

Distelöl ein sehr besonderes Öl

Heutzutage gibt es viele Pflanzenöle, die in Hautpflegeprodukten verwendet werden. Was Distelöl jedoch so einzigartig macht ist der hohe Anteil an Linolsäure. Es schützt die Haut langanhaltend vor transepidermalem Wasserverlust, wodurch die Hautelastizität erhalten und die Haut weich und geschmeidig wird.


 

Woher kommt Distelöl?

Färbedistel oder Chartamus Tinctorius ist eine verzweigte, krautige und distelähnliche einjährige Pflanze, die erstmals in Mesopotamien kultiviert wurde. Archäologische Arbeiten verweisen auf Spuren, die möglicherweise schon aus dem Jahr 2500 v. Chr. stammen.

Diese trockenheitstolerante Pflanze, die zur gleichen Familie wie die Sonnenblume gehört, wird in der Regel 30 bis 150 cm hoch und hat etwa 3 bis 50 kugelförmige Blütenköpfe mit gelber, oranger oder roter Farbe.

Vor der Kosmetik wurde die Pflanze für Lebens- und Arzneimittel verwendet

Traditionell wurde die Pflanze wegen ihrer Blüten angebaut und zum Färben und Aromatisieren von Lebensmitteln verwendet, so z. B. für Käse und Würstchen in Italien, Frankreich und Großbritannien. [1] Die frühen spanischen Kolonien entlang des Rio Grande in New Mexico haben das Öl der Blume als Ersatz für Safran verwendet. In der traditionellen Medizin wurde es auch als Abführmittel, Analgetikum, Antipyretikum und Gegenmittel bei Vergiftung verwendet, um Menstruationsprobleme, Blutungen nach der Geburt und Osteoporose zu behandeln. [2]

 

Distelöl in der heutigen Zeit

In den letzten 50 Jahren wurde die Pflanze jedoch hauptsächlich wegen des Öls angebaut, das aus ihrem Samen gewonnen wird. Im Jahr 2018 betrug die weltweite Produktion von Färbedistel-Saatgut rund 620,000 Tonnen, wobei Kasachstan mit 34 % der größte Produzent ist. [3] Distelöl ist geschmacksneutral und hat einen ähnlichen Nährwert wie Sonnenblumenöl. Der höhere Rauchpunkt macht dieses Öl als Speiseöl begehrter, da man die Bildung von freien Radikalen durch Überhitzung des Öls vermeiden kann. Darüber hinaus hat Distelöl eine ausgezeichnete Stabilität bei niedrigen Temperaturen und zeigt bis zu -12 °C keine Texturveränderung.


 

Wie wird Distelöl hergestellt?

Pflanzenöle wie Distelöl können auf verschiedene Weise gewonnen werden. Kaltgepresste Pflanzenöle haben jedoch bessere ernährungsphysiologische Eigenschaften als solche, die dem Raffinationsprozess unterzogen wurden, da keine Wärme- oder chemischen Behandlungen stattfinden, die ihre Zusammensetzungen und therapeutische Wirkung verändern könnten. [4] Mit einem Ölgehalt von 27 bis 32 % aus einem Samen wird diese Art von Distelöl in der Kosmetik am häufigsten verwendet, um eine hohe Qualität zu erhalten.


 

 

Was steckt in Distelöl und wie wirkt es in unserer Haut?

Distelöl enthält einen hohen Anteil an Linolsäure, der deutlich höher ist als der von Olivenöl. Linolsäure ist eine Art von ungesättigter Fettsäure. Das erweist sich als vorteilhaft, um die Hautfeuchtigkeit zu bewahren, indem sie die Integrität der Wasserdurchlässigkeit der Haut aufrechterhält [5] und als Okklusivum wirken kann, um so zu verhindern, dass das Wasser aus dem Stratum Corneum verdunstet. Die Ölsäure, die ebenfalls in Distelöl enthalten ist, hat eine gewisse entzündungshemmende Wirkung, die bei der Behandlung von Hautreizungen, Rötungen und Hautausschlägen helfen kann. Als nicht komedogenes Öl verstopft Distelöl die Poren nicht und kann daher auch von Menschen mit zu Akne neigender Haut verwendet werden.

Ähnlich wie einige andere Pflanzenöle enthält auch Distelöl Antioxidantien wie Vitamin E. Wie ihr vielleicht schon wisst, sind Antioxidantien sehr wichtig, um unsere Haut vor freien Radikalen sowie reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) zu schützen. Denn diese können einige unerwünschte Effekte haben, so z. B. stumpfe Haut, Hyperpigmentation, das Auftreten von feinen Linien und sogar Hautkrebs.


 

Wie wird Distelöl bei der Hautpflege angewendet?

Distelöl ist ein vielseitiger Inhaltsstoff in Hautpflegeprodukten. Als hervorragendes Pflegemittel kann dieses Öl in unterschiedlichen Produkten angewendet werden, wie etwa: 

  • Gesichtsserum und -creme,
  • Körperlotion,
  • Seife und
  • Shampoo.

Wir verwenden Distelöl beispielsweise in unserem Intensivöl.


 

Steckbrief Distelöl

INCI Carthamus Tinctorius Seed Oil
Schmelzpunkt -15 °C
Siedepunkt > 230 °C
Farbe gelb bis goldgelb
Fettsäuren anteilig % Linölsäure 67–84 %, Ölsäure 7–21 %, Palmitinsäure 4 bis 10 %, Stearinsäure 1–5 %, Palmitoleinsäure max. 0,3 %, Arachidinsäure max. 1 %, Linolensäure max. 1 %, Eicosensäure max. 1 %, Myristinsäure max. 1 %
Unverseifbares anteilig % Max. 1,5 %
Wirkung (der Bestandteile oder als Ganzes) feuchtigkeitsspendend, entzündungshemmend, Antioxidans
Anwendungsmöglichkeiten Haut- und Körpercreme, Duschprodukte
Haltbarkeit mindestens 12 Monate
Lagerung kühl und trocken, vor Licht geschützt und in dicht verschlossenen Behältnissen

Hier gibt es den Rohstoff

und die Produkte mit Distelöl: