Alexandra Orth

Mareike Peters

NKM-Gründerin

Normale Haut ist der ideale Hautzustand. Die körpereigenen Reinigungs- und Pflegefunktionen laufen nahezu reibungslos ab, und der Ausgleich einer Tendenz zur Über- oder Unterproduktion von Sebum wird durch geeignete Hautpflegeprodukte ideal unterstützt.

Die „Bausteine“ der Haut kommen aus der Nahrung

Du bist, was du isst

Alles, was man mit der Nahrung aufnimmt, bietet Bausteine für die Haut. Im Magen werden Speisen in ihre Bestandteile aufgespalten und enzymatisch verstoffwechselt. Die kleinen Enzyme geben dann die „Bausteine“ an die Blutbahn weiter. Von dort gelangen sie ganz dicht an die Hautoberfläche ‒ je näher an der Dermis, desto kleiner sind die Blutbahnen. Das Blut trägt also die Bausteine für eine „normale Funktion der Haut“, wie man die vielen Vorgänge dort nennt, von der Nahrung zur Hautoberfläche.

Gute und schlechte Bausteine

Da kommt dann gerne auch mal etwas zu viel Fett an und ab und zu ein paar Schadstoffe, die der Körper loswerden will. Dabei sind aber auch eine ganze Menge Proteine etc., die der Körper dann „einbauen“ kann: für den Glanz gesunder Haut, für den Aufbau der Barriereschicht gegen Pilze, Hefen und Bakterien, für pralle, volle Zellen, gegen oxidativen Stress, der zu frühzeitiger Hautalterung führt usw. Bekommt er die richtigen Bausteine, ist alles gut. Bekommt er ein bisschen zu viel des Guten (Fette) oder nicht genug, so gerät dieser Kreislauf durcheinander!

Talg ist die natürliche Feuchtigkeitscreme des Körpers

Drüsen erhalten die Hautgesundheit

Ungefähr 2 m2 Haut hat ein normaler Erwachsener, und sie ist überzogen von Duft-, Schweiß- und Talgdrüsen. Duftdrüsen senden Boten- und Lockstoffe aus, Schweißdrüsen regulieren die Körpertemperatur und haben eine reinigende Funktion. Und unsere Talgdrüsen sondern Sebum ab, welches den Körper wie ein Schutzschild vor äußeren Einflüssen schützt.

Talg hält die Haut elastisch

Je ebenmäßiger der Talg, desto gesunder der Hautzustand: Hat das Sebum eine lochfreie Schicht gebildet, die Barriereschutzschicht, so hält diese die Haut elastisch, schützt vor Feuchtigkeitsverlust und Eindringlingen wie Bakterien oder Keimen. Für die Bewahrung des normalen Hautzustandes ist eine gleichmäßige Barriereschutzschicht unerlässlich.

Sebum hat eine Konsistenz wie Kuhmilchbutter

Das aus den Talgdrüsen abgesonderte Sekret verändert seine Viskosität je nach Temperatur, was bedeutet, dass es mal flüssiger und mal fester ist. Orientieren kann man sich an Kuhmilchbutter: je wärmer die Temperaturen, desto flüssiger das Sebum.

Jede Haut hat eine Tendenz zur Über- oder Unterproduktion von Sebum

Es gibt jedoch genetisch und hormonell bedingte Tendenzen zu Seborrhoe (Überproduktion von Sebum) und Sebostase (Unterproduktion von Sebum) sowie zu Unterproduktion neigende und zu Überproduktion neigende Haut. Diese Tendenzen bestimmen auch, ob typischerweise Unreinheiten oder Trockenheit auftreten.

Hautpflege sollte die Tendenzen der normalen Haut berücksichtigen

Über 30 % Feuchtigkeitsgehalt, eine intakte Barrierefunktion, eine regulierte Sebumproduktion und saubere Hautöffnungen machen die normale Haut aus. Das ist die Haut, die strahlend, gesund und ebenmäßig ist.​

Aber auch bei dieser kann es ab und zu Schwierigkeiten geben. Daher ist es sinnvoll zu wissen, ob die Haut tendenziell zur Überproduktion oder Unterproduktion von Sebum neigt.

Tipps & Tricks

Auch wenn normale und ebenmäßige Haut typischerweise unproblematisch ist, kann man mit antioxidativer Hautpflege die vorzeitige Hautalterung verlangsamen, die Feuchtigkeit der Haut bewahren und unnötige Hautschädigungen verhindern.

  • Hautreinigung nicht unterschätzen – Auch bei der normalen Haut führen Make-up-Reste und Umweltpartikel zu entzündeten Poren. Die Gesichtsreinigung sollte also trotzdem gründlich und großflächig erfolgen.
  • Vor Überpflegen schützen – Typischerweise reagiert auch normale Haut auf Überpflegen und äußere Reize. Daher sollte die Pflege hier zwar unterstützen, zugleich jedoch auf ein Minimum reduziert werden.
  • Auch normale Haut wird zu reifer Haut – Ab 25 beginnt der langsame Abfall der körpereigen produzierten Bestandteile der Dermis und Epidermis, und ein Wechsel zu einer Pflege gegen vorzeitige Hautalterung ist dann ratsam.